Realisierungswettbewerb „Verfassungsgerichtshof für das Land NRW in Münster “ – 1. Preis
Aufgabe des Verfahrens ist die Planung (Umbau und Erweiterung Baudenkmal) eines neuen, seiner Bedeutung angemessenen Dienstsitzes des Verfassungsgerichtshofs des Landes NRW am Domplatz zu Münster.
Hierzu soll das an der östlichen Seite des Domplatzes, Ecke Domgasse in den Jahren 1892-93 für die Reichsbank errichtete und heute von der Bezirksregierung Münster genutzte 'Freiherr-von-Vincke-Haus' umgeplant und erweitert werden.
Wir nahmen an diesem Wettbewerb teil und freuen uns sehr über die Belegung des 1. Platzes.
Das Preisgericht beurteilte unsere Arbeit am 20. Juni 2024 wie folgt:
Auf den ersten Blick überrascht die Arbeit mit ihrer vorgeschlagenen geringen Kubatur und auf den zweiten Blick, dass mit dieser das verlangte Raumprogramm auf überzeugend klare und einfache Weise bewältigt wird. Städtebaulich entspricht der Vorschlag der vorhandenen baulichen Schichtung zwischen Domplatz und Prinzipalmarkt und fügt sich dementsprechend harmonisch in dieses Gefüge ein. Inwieweit diese Einfachheit Angemessenheit oder doch auch Schwäche ist, wird diskutiert. 
Die vorgeschlagene barrierefreie Erschließung unter Ausnutzung der Topographie im Zugangsbereich an der Domgasse überzeugt, auch wenn die Steigungsmaße noch einer genaueren Prüfung bedürfen. Der vorgeschlagene Personaleingang am Domplatz kann leider die gegebene Enge nicht auflösen, sie wird durch das Einfügen eines Aufzug zur Überwindung auf das gegeben Erdgeschoßniveau noch verstärkt. 
Im Inneren setzt sich die Klarheit fort. Interne und öffentliche Bereiche sind klar getrennt und der Altbau wird Sinnfällig entsprechend seiner baulichen Struktur organisiert. Auch wenn die Baubronze nicht der Altstadtsatzung entspricht, so ist sie in ihrer Farbigkeit und in ihrer konstruktiven Logik bezogen auf den vorgeschlagenen Holzbau nachvollziehbar. Auch die Variation des Fassadenthemas – mit den geschlossenen Fensterschlitzen der Eingangsfassade und der großzügig in den begrünten Hof geöffneten Bereiche des Foyers und der Besprechungsräume – kann überzeugen. Die vorgeschlagene horizontale Dachverglasung des Neubaus wird kritisch gesehen. 
Insgesamt stellt die Arbeit mit ihrer Klarheit und Einfachheit einen überzeugenden Beitrag dar.
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